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Kompetenz
Selbst­einschä­tzung leicht gemacht

Fach­idioten sind out, kompe­tente Persön­lich­keiten sind in. Doch was heißt das genau? Ego­net er­läu­tert die vier Seiten der Kom­petenz.

Früher war man „fähig“, heute ist man „kompetent“. Die Umgangssprache hat ein klares deutsches Wort durch ein schillerndes Fremdwort abgelöst. Doch es gibt einen Unterschied zwischen beiden. Im lateinischen Ursprung steht Kompetenz für Eignung. Während „Fähigkeit“ das Können einer Person meint, bezeichnet Kompetenz ein Anforderungsprofil der Gesellschaft, insbesondere der Arbeitswelt. Studien haben enthüllt, dass Kompetenz vier Bereiche umfasst:

Selbstkompetenz: Haben Sie sich selbst im Griff? Verfügen Sie über Selbstbeherrschung – oder lassen Sie sich von Ihren Impulsen oder ärgerlichen Zeitgenossen aus der Ruhe bringen? Nicht auf lautstarke Auftritte kommt es an, sondern auf innere Widerstandskraft, genannt Resilienz. Mehr dazu finden Sie in unserem speziellen Egonetartikel.

Fachkompetenz: Sie umfasst neben dem reinen Fachwissen zwei weitere Eigenschaften:

  1. Experten bilden sich ständig weiter und bleiben so auf dem neuesten Stand.

  2. Sie sind in der Lage, ihr Wissen auch erfolgreich anzuwenden und ihre Mitmenschen von ihrer Kompetenz zu überzeugen.

Methodenkompetenz: Ein Fachmann muss nicht jede Einzelheit seines Gebietes im Kopf haben. Aber sobald er mit Problemen konfrontiert wird, muss er eine Lösungsstrategie entwickeln können. Dafür sind folgende Fähigkeiten erforderlich:

  1. Analytisches Denken: Ein Problem in seine Teile zerlegen und so die entscheidenden Lösungsschritte entdecken.

  2. Systematisches Denken: Den Zusammenhang der Teile verstehen und herausfinden, inwiefern das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile.

  3. Zusammenhänge und Hintergründe verstehen: Das Problem in seiner Verflochtenheit mit der Umwelt verstehen, insbesondere seine Geschichte, künftige Entwicklungen und Rückwirkungen auf andere Probleme.

  4. Praxiserfahrung: Nicht alles Wissen kann aus Lehrbüchern erlernt werden. Eine wichtige Seite der Kompetenz ist langjährige Erfahrung – ein Vorteil, den viele Ältere in die Waagschale werfen können. Dazu gehört insbesondere Intuition und ein Gefühl fürs Wesentliche. Damit können Kompetente auch Probleme lösen, für die noch kein Lehrbuchwissen existiert.

Sozialkompetenz: Sie umfasst den zwischenmenschlichen Bereich, die so genannten „soft skills“. Dazu gehören

  1. Einfühlungsvermögen: Die Gefühle und Gedanken anderer verstehen, das eigene Anliegen so formulieren, dass der andere interessiert zuhört.

  2. Kontaktfähigkeit: Auf Fremde zugehen, leicht mit ihnen in Kontakt kommen, Sympathie ausstrahlen, mit Smalltalk eine Brücke vom Ich zum Du bauen

  3. Konfliktfähigkeit: Meinungsverschiedenheiten mit diplomatischem Geschick und durch Verhandeln lösen, Gemeinsamkeiten betonen und für Unterschiede eine zukunftsfähige Lösung finden

  4. Lob und Kritik konstruktiv vermitteln

  5. Wünsche äußern und Grenzen setzen

Zum Glück muss nicht jeder in allem perfekt sein. Kompetenz ist ein globales Anforderungsprofil. für jeden Einzelnen sind nur einige Aspekte wichtig. Je nach Lebensumständen und Berufszielen liegt die Betonung daher auf unterschiedlichen Seiten der Kompetenz. Welche sind das für Sie? Um das herauszufinden, lohnt es, für sich selbst eine Tabelle mit zwei Spalten anzulegen. Links schreiben Sie: Welche Kompetenzen werden von mir erwartet? Rechts listen Sie Ihre konkreten Stärken auf, die Sie in die Waagschale werfen können. Am Ende wird sich herausstellen, das es genügt, an wenigen Punkten zu arbeiten, um kompetent aufzutreten. Diese Bestandsaufnahme ist selbst ein wichtiger Teil der Kompetenz.

Veröffentlicht im Dezember 2007 © by www.berlinx.de

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