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Unsere Serie „Typisch Mann-Typisch Frau": Teil
37
Liebe online
Partnersuche per Mausklick
Jeder dritte Haushalt verfügt über einen Internetanschluß – und jede(r) dritte ist Single. Was liegt also näher, als über das World Wide Web nach der großen Liebe zu suchen? EGO-Net gibt einen Überblick über Tücken und Chancen des Online-Flirtens.
Millionen Frauen und Männer sind im Internet auf Partnersuche. Laut
einer Untersuchung der Gesellschaft für Konsumforschung finden 18 Prozent
von ihnen tatsächlich die Liebe fürs Leben. Fast jeder hat inzwischen
in seinem Bekanntenkreis wenigstens ein Paar, daß sich online gefunden
hat. Andererseits haben viele Singles noch Hemmungen, ihre Suche nach Intimität
und Gefühlen einem anonymen technischen Medium anzuvertrauen. Unnötig,
denn wie im wahren Leben tasten sich Frauen und Männer im Netz Schritt
für Schritt aneinander heran.
Allerdings ist es sinnvoll, über einige Stolpersteine Bescheid zu wissen
und sich zu erkundigen, worauf man beim Onlinekontakt gefaßt sein muß.
Wir nennen Ihnen die entscheidenden Schritte:
Selbstdarstellung. Wenn Sie auf die Seiten einer Partnerbörse
gehen, werden Sie in aller Regel eingeladen, sich mit einem Bild und einigen
Informationen (Alter, charakteristische Vorzüge., wie bei einer Partnerannonce
in der Zeitung) darzustellen. Da (zunächst) niemand den Wahrheitsgehalt
überprüft, lügen die Teilnehmer – und zwar nicht nur die Männer.
Kaum eine(r) jenseits der 40 bekennt sich zu seinem/ihren wahren Alter. Die
meisten stellen keine aktuellen, sondern Jugend-Fotos ins Netz. Rechnen Sie
also mit einer Ernüchterung beim ersten Treffen. Wer sich sagt „Wenn
nur die Hälfte stimmt, werde ich den Abend genießen“ hat bessere
Erfolgsaussichten, als wer den Superprinzen erwartet. Oder würden Sie
wirklich glauben, daß all die hochintelligenten und sagenhaft attraktiven
Jugendlichen außerhalb des Internets keine Partner finden?
Decknamen. Sie bleiben anonym – Sie verbergen sich hinter einem Spitznamen.
Aber Achtung – diese Decknamen können schon die Weichen stellen, wer
sich bei Ihnen meldet und wer nicht. Bei einer Frau, die sich mit „SexyGirl24“
vorstellt, melden sich andere Männer als bei „Mondfrau“. Ähnlich
bei Männern: Unter „Supercooler“ stellen sich die Mädels einen anderen
Typen vor als bei „Teddywolf“.
Kosten. Es gibt kostenlose Foren und solche, die einen Beitrag erheben
– bis zu 100 Euro im Monat. Frauen sind grundsätzlich besser dran – sie
sind in der Minderheit. Da bis zu 80 Prozent der Suchenden Männer sind,
werden oft nur diese zur Kasse gebeten. Auf kostenlosen Partnerseiten herrscht
deshalb ein hoher Männerüberschuß. Wo Männer mehr zahlen
als Frauen, sind die Verhältnisse ausgeglichener – das bedeutet: Männer
haben bessere Chancen, mit verschiedenen Interessentinnen in Kontakt zu treten.
Erstkontakt. Da Frauen in der Minderheit sind, werden sie sofort mit
Emails überflutet. Darunter sind oft eine Menge unverblümter Angebote.
Oder Standardmails, die der Mann routinemäßig an Hunderte von Frauen
verschickt. Sie sind daran zu erkennen, daß der Absender mit keinem
Wort auf die individuelle Selbstdarstellung der Adressatin eingeht. Männer
erhalten zwar weniger Mails, dafür stammen sie fast alle von ernsthaften
Interessentinnen. Alles weitere läuft ähnlich wie nach einer Zeitungsannonce
– nur per Mail. Sie antworten, gehen auf Hobbys und Interessen des Schreibers
ein und versuchen herauszufinden, ob Sie genügend Gemeinsamkeiten haben
und auf einer Wellenlänge liegen. Einige Partnerbörsen bieten außerdem
Chatbereiche an, in denen Sie sofort mit den Frauen bzw. Männern chatten
können, die zur selben Zeit auf der Internetseite befinden.
Erstes Treffen. Auch wenn die Sehnsucht nach einer neuen Liebe noch
so groß ist – Fotos austauschen ist okay, aber Ihre Privatadresse und
Ihre Festnetztelefonnummer rücken Sie besser nicht so schnell heraus.
So manches charmante Online-Wesen entpuppte sich bald als Quälgeist,
das eine regelrechte Verfolgungsjagd startet.
Wenn Sie sich dann treffen, bedenken Sie: Alle Informationen, die Sie bis
dahin erhielten, stammt von ihm/ihr. Zwar ist es eine vernünftige Empfehlung,
sich zunächst an einem neutralen Ort zu treffen – einem Café oder
zu einem Spaziergang in einem Park. Aber wenn Sie aus weit entfernten Städten
kommen und nicht so reich sind, daß Sie sich ein Wochenende im Hotel
leisten können? Da man selten im ersten Anlauf den/die Richtige(n) findet,
kann das teuer werden. Wenn Sie riskieren, sich gleich im ersten Anlauf nach
Hause einladen zu lassen, hinterlassen Sie guten Freunden die Anschrift, zu
der Sie reisen.
Übrigens müssen Sie nicht unbedingt eine Partnerbörse wählen,
um im Internet die große Liebe zu treffen. Auch Diskussionsgruppen haben
schon so manche Begegnung vermittelt. Beim Chatten über die neueste Literatur
oder optimale Radwanderwege finden sich Gleichgesinnte, die ihr Hobby auch
mal life zusammen erleben wollen.
Von EGO-Net getestete Partnerseiten: 1. friendscout24.de: Die größte Partnerbörse mit über
1,3 Millionen Mitgliedern jeden Alters. Preise je nach Komfort bzw. Angebot
gestaffelt. Männer können sich zwar kostenlos darstellen, aber keine Frauen
anschreiben oder chatten – letzteres (Premiumzugang) kostet üblicherweise
je nach Teilnahmedauer zwischen 20,-Eur/Mon(für einen Monat) und 7,- Eur/Mon(Jahresabo)
, aber es gibt oft Sonderangebote mit zum Teil erheblichen Rabatten. Frauen
werden theoretisch genauso behandelt, aber sie bekommen immer wieder eine
automatische Verlängerung des Premiumzuganges. Auf vier Frauen kommen etwa
zehn Männer. Es gibt diverse kostenpflichtige Angebote, wie z.B. den Traumpartner
aus der Datenbank auszulesen bzw. auch sogenannte Partnerschaftsmatches, welche
angeblich bewerten, wie gut der ausgesuchte Partner zu einem paßt.
EGO-Net-Tip: Erstmal kostenlos anmelden. Meist ködert man Sie gleich mit einem
Sonderangebot. Nutzen Sie es (bzw. als Frau die kostenlose Verlängerung).
Die weitergehenden kostenpflichtigen Dienste sind überteuert und lohnen das
Geld nicht.
2. datingcafe.de:
Regelmäßiger Testsieger in diversen Zeitschriften. Kleinere Börse
mit ca. 120.000 Teilnehmern, aber guter Komfort. Für Frauen kostenlos, Männer
bezahlen zwischen 8,-Eur/Mon(für einen Monat) und 3,5 Eur/Mon(Jahresabo),
daher sehr ausgewogenes Geschlechterverhältnis. Ein Monat kostenloser Test
auch für Männer möglich. Das kann schon reichen, um die große Liebe zu finden.
3. finya.de:
Kostenlos für alle, deshalb viel mehr Männer. Frauen haben es also gut hier
4. singles.freenet.de: wie finya.de, häufig überlasteter
Server
5. single.de: wie finya.de, aber wesentlich kleiner
(nur ca. 10.000 Männer und 3.000 Frauen)
6. amica.msn.de: Auch kostenlos, allerdings schlechter
Komfort. Die Teilnehmer können keine Bilder ins Netz stellen. In der Selbstdarstellung
müssen sie sich an einen vorgegebenen Text halten, ca. 20.000 Mitglieder.
7. kontaktanzeigenmarkt.de: Typisches Beispiel für eine
Seite, die mit schnellem Sex lockt – auch damit muß man im Internet rechnen.
Für Männer, die sich einbilden, auf diesem Weg ihr Glück zu finden. Wer tatsächlich
versucht, Kontakt aufzunehmen, wird erst einmal zur Kasse gebeten.
8. all4love.de: Beispiel für viele vergleichbare Seiten,
die auf den Zug noch mit aufspringen wollen. Keine 1000 Mitglieder. Wir raten:
lieber an die Großen halten
9. parship.de: Für die gehobenen Ansprüche. Viele Akademiker.
Das 6-Monats-Paket kostet 149 Euro und enthält Persönlichkeitstest und Telefon-Coaching.
Nach eigenen Angaben 375000 Mitglieder.
Unser Tip: Es geht auch preiswerter. Wer aber von den anderen frustriert ist
und es sich leisten kann....
10. liebe.de:
Kleinanzeigen, Chat und jede Menge Tips rund um die Liebe. Gut gemachte professionelle
Seite ähnlich Friendscout24 nur weniger Mitglieder und ohne Premium geht hier
allerdings so gut wie nichts.. Premiummitglieder zahlen 10,-Eur/Monat oder
25,-Eur/drei Monate
Juni 2003 © by www.berlinx.de
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