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Unser Titelthema:
Feng Shui

Innere Harmonie für Körper und
Seele nach der 5-Elemente-Lehre
Ausgabe Juni 2001/ 4. Jahrgang

 

Ferienwohnung im Sonnenhaus Rügen
Fünf Jahrtausende alt ist die chinesische Lehre von den fünf Elementen, die unsere westliche Zivilisation neu für sich entdeckt hat. Ursprünglich ein Regelwerk zur Gestaltung der Wohnumgebung - so sollte das Bett wegen des Energieflusses immer zum Fenster zeigen - wird Feng Shui zunehmend mit Erfolg gegen Streß und Unausgeglichenheit eingesetzt.
 

Der altgriechische Philosoph Empedokles lehrte, daß alle Materie aus vier Stoffen besteht: Feuer, Erde, Wasser und Luft. Alles Existierende sollte aus ihnen zusammengesetzt sein. Die Chinesen besaßen eine ähnliche Anschauung. Sie unterschieden fünf Elemente:

Für die fernöstlichen Gelehrten lieferten diese Elemente aber nicht nur die Grundstruktur der Welt. Sie erzeugten Energieflüsse, die über das Wohl und Wehe des kosmischen und menschlichen Daseins entschieden. Nur dort, wo die Elemente in perfekter Harmonie angeordnet waren, entsprang ihnen eine neue, positive Energie: das Chi, der kosmische Atem. Feng Shui (deutsch: Wind und Wasser) lehrt, wie diese Harmonie hergestellt werden kann.

Für die Wirksamkeit des Feng Shui ist es unerheblich, ob seine Theorie physikalisch Sinn macht. Im Alltag ist es uns egal, daß Feuer nur eine Nebenwirkung der Verbindung von Molekülen mit Sauerstoff ist. Auf unser Gemüt wirken seine Wärme, sein Knistern und sein Farbenspiel.

Leben nach Feng Shui bietet die Chance, die innere Harmonie wiederzufinden und zu bewahren. In jedem Lebensbereich lassen sich die 5 Elemente wiederfinden. Wer in seinen Tätigkeiten auf ihre Ausgewogenheit achtet, wird zu Ruhe, Gelassenheit und Zufriedenheit mit sich selbst und seiner Umgebung finden. An drei Beispielen wollen wir die Anwendung des Feng Shui zeigen:

Farben. Den Elementen sind folgende Farben zugeordnet:

Wasser  à Blautöne (Aqua bis Türkis)

Feuer    à Rottöne, dunkles Braun

Metall   à Weiß, Hellgrau

Erde     à Gelb, Beige, Hellbraun

Holz     à Grüntöne.

Egal, ob Wohnungseinrichtung, die Kleidung oder das morgendliche Make-up: Ausgewogenheit der Farben ist wichtig. Sie verstärkt die Vitalität und die individuelle Ausstrahlung. Dabei auf die eigenen Körperfarben achten. Wer blaß und/oder grauhaarig ist, sollte sein Farbspektrum mit Feuer-, Holz- und Erdtönen erweitern. Rothaarige werden dagegen in ihrer Kleidung Feuertöne meiden, sondern auf Kontrastfarben wie hellblau oder grün setzen.

Atem. Feng Shui ergänzt sich hervorragend mit Yoga. Die alten Meister vertraten eine ganzheitliche Auffassung: Keine äußere Schönheit ohne innere Harmonie, die wiederum durch äußerliche, körperliche Übungen gefördert wird. Stimmen Sie sich gleich nach dem Aufstehen auf den kommenden Tag ein, indem Sie sich in den Lotussitz (Schneidersitz, dabei die Füße auf die Innenschenkel legen) begeben. Das Gesicht zeigt Richtung Sonne. Die Augen schließen, an etwas Schönes (Palmenstrand, Blumenwiese) denken, entspannt lächeln - und ruhig atmen. Das bedeutet: normal einatmen, aber betont langsam ausatmen. Dadurch stellt sich im Nu ein entspannter, tiefer Atem ein. Achten Sie dabei auf Bauch und Zwerchfell. Dorthin, dem Zentrum der körpereigenen Chi-Energie, soll der Atem fließen und von dort Ruhe auf Körper und Seele ausstrahlen. Dauer der Übung: drei bis fünf Minuten, dabei vor dem inneren Auge immer wieder die Blumenwiese oder den Palmenstrand vorbeiziehen lassen. Anschließend gerade hinstellen und den Körper strecken sowie einige leichte Gymnastikübungen ausführen.

Essen. Den fünf Elementen sind bestimmte Nahrungsmittel zugeordnet. Bestimmen Sie zu gleichen Anteilen die Zusammensetzung Ihrer Ernährung, ist eine ausgewogene Schlankheitskost mit viel Eiweiß und wenig Fett gesichert. Die Zuordnung lautet:

Wasser à salzig à Fisch, Gohnen, Erbsen, Soja, Kräutersalz, Mineralwasser

Feuer   à bitter à  Kohl, Salat, Oliven, Lamm, Schafskäse, Roggen, Beifuß, Oregano, grüner/schwarzer Tee.

Metall  à scharf à Zwiebeln Radieschen, Gans, Wildschwein, Harzer und Schimmelkäse, Senf, Schnittlauch, Chili, Ingwer, Kräutertee

Erde    à süß à Möhre, Kartoffel, Spinat, Zucchini, Trauben, Bananen, Kalb, Schwein, Milch, Reis, Fenchel, Zimt, Nüsse, Öl, Gemüsesaft

Holz.   à sauer à Sauerkraut, Tomaten, Gurken, Ente, Huhn, Weizen, Quark, Joghurt, Petersielie, (saure) Äpfel, Zitrusfrüchte, Früchtetee.

Rezepte für eine ausgewogene Mischung der fünf Nahrungsgruppen finden Sie in:

Beate Schnorrenberger: Die 5-Elemente-Diät. Trias-Verlag, DM 19,90.

Zusatzinformationen zu Wohlfühlen und Entspannung finden Sie in unseren Beiträgen aus früheren Ausgaben von EGO-Net:

Leistungsdruck - Chance für die Kreativität? Neue Erkenntnisse der Streßforschung

Ungeduldig oder gelassen? Testen Sie Ihr Stressprofil!

Yoga Sanfte Fitness aus dem alten Indien

Wohlfühl-Intelligenz Wie Sie schlechte Stimmungen auf Dauer verjagen

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