zur Titelseite

Der GLYX
Wie Sie Heißhungerattacken vorbeugen

Ausgabe März 2002/ 5. Jahrgang

 

Ferienwohnung im Sonnenhaus Rügen

In der letzten Ausgabe startete EGO-Net eine kleine Folge von Artikeln zum Abnehmen. Wir erfinden keine neue Diät, sondern liefern Informationen, die eine schlanke Lebensweise unterstützen. Nachdem wir in der letzten Ausgabe dem Festtagsspeck zu Leibe rückten, geht es heute um den Zuckergehalt von Nahrungsmitteln.

 

Süßstoff statt Würfelzucker? Nicht nur im Kaffee des Menschen kommt der kalorienfreie Zuckerersatz zum Einsatz, sondern auch in der Schweinemast. Züchter haben festgestellt, daß Tiere, die viel Süßstoff erhalten, zu- statt abnehmen. Wie kommt das?

Mensch und Tier regeln ihren Blutzuckerspiegel mit Hilfe des Insulins. Nehmen wir viel Zucker auf, schüttet die Bauchspeicheldrüse reichlich Hormone aus, damit es die Zuckerschwemme schnell in die Zellen weiter transportiert, wo die Energie für Bewegung, Körpertemperatur und andere Lebensvorgänge gebraucht wird. Das Problem: Das Gehirn „lernt“ am Geschmack der Nahrung zu erkennen, ob viel oder wenig Zucker zu erwarten ist und aktiviert die erforderliche Menge Insulin schon im voraus.

Süßstoff erzeugt falschen Alarm. Insulin schwärmt aus, findet aber keine Arbeit vor. Schnell fährt der Körper das Insulin zurück. Das geschieht, indem die Bauchspeicheldrüse ein Gegenhormon ausschüttet, das Glykagon. Den rasche Insulinabfall interpretiert das Gehirn aber zugleich als Signal für fehlende Nahrung. Ein nagendes Hungergefühl setzt ein. Die Heißhungerattacke verführt den Organismus dazu, mehr Nahrung als nötig in sich hineinzustopfen, um einem neuen Insulinabfall vorzubeugen. Und dieses Zuviel an Nahrung landet als Fettdepot auf Bauch und Hüften.

Diese Fehlleitung des Hungergefühls funktioniert bei Tier und Mensch. Ähnlich wie Süßstoff wirken eine Reihe von Nahrungsmitteln, die viel Zucker in freier Form enthalten. In freier Form heißt: es müssen nicht erst komplexe Kohlenhydrate (wie Stärke) vom Körper in einzelne Zuckermoleküle aufgespalten werden. Sondern der Zucker liegt schon fertig vor, was eine starke Insulinausschüttung veranlaßt.

Vor fast drei Jahrzehnten bestimmte der amerikanische Forscher Prof. Crapo eine neue Maßeinheit, den GLYkämischen IndeX (GLYX). Er sagt aus, wie stark eine Nahrung den Blutzuckerspiegel ansteigen läßt. Gar keine Auswirkungen auf den Blutzucker hat ein GLYX von Null, maximal möglicher Anstieg einen GLYX von 100. Wer abnehmen und Rückfälle durch Heißhunger vermeiden möchte, sollte deshalb Nahrungsmittel mit einem GLYX von unter 50 bevorzugen. Eine Auswahl zeigt die folgende Übersicht.

GLYX:
unter 10: Mineralwasser, Tee (ungesüßt)
10-20: Salat, Blattgemüse, Pilze, Sojabohnen, Joghurt ohne Zusätze, Erdnüsse
20-30: Grapefruit, Kirschen, Linsen, Magermilch, Nüsse, Bitterschokolade
30-40: Fruchtsaft ohne Zuckerzusatz, Bohnen, Milchprodukte, Roggenvollkornbrot, Haferflocken
40-50: Naturreis, Erbsen, Pumpernickel,
50-60: Nudeln, Konfitüre, Couscous,
60-70: Salzkartoffeln, Reis, Ananas, Bananen, Melone
70-80: Kekse, Weißbrot, Vollmilchschokolade, Gezuckerte Säfte, Cracker, Honig, Zucker
80-90: Cornflakes, Pommes frites, Popcorn
über 90: Limonade, Cola, Bratkartoffeln, Bier

Einige Lebensmittel wirken daher widersprüchlich. Ananas löst durch seinen Zucker Hungeranfälle aus, enthält aber auch Enzyme, die hereinkommende Fette rasch abbauen.

Besonders schädlich für die Figur ist die Kombination von Nahrung mit hohem GLYX und hohem Fettgehalt. Der Zucker aktiviert den Stoffwechsel. Der wiederum transportiert das Fett schnell und effektiv zu den Fettzellen weiter, wo es gespeichert wird. Besser: Hungerattacken mit kalorienarmer, naturbelassener Nahrung (Rohkost, Gedünstetes) stillen. Auf keinen Fall Hungern! Dann schaltet der Körper auf sein Stoffwechsel-Sparprogramm um. Mit der Folge einer raschen Gewichtszunahme, sobald Sie wieder normal essen (Jo-jo-Effekt).

---> Artikel als Druckversion im *.rtf- Format downloaden <---

In Partnerschaft mit
Amazon.de

 
Dokumentanfang EGONet-Titelseite Themen Übersicht
Leserbrief 
Gesundheit
Psychologie
Sexualität
Schönheit
Partnerschaft
Kommunikation
Lexika
 Suchmaschinen
Servicedienste

 Archiv