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Ausgabe 02/2000
Blut ist ein ganz besonderer Saft
Das Wichtigste über unser Lebenselixier Nummer Eins

Rot wie die Liebe, Nahrungsquelle von Mücken und Draculas Verwandten und in unserem Innern in ständigem Kreislauf begriffen – was wissen wir über die sechs Liter Lebenskraft, die beständig die Funktion von Körper und Seele aufrechterhalten?
 

In 70 Jahren pumpt unser Herz nach und nach 150 Millionen Liter Blut durch den Körper. Im jetzigen Moment verfügen Sie jedoch über nur etwa sechs Liter – verteilt auf rund 100 000 Kilometer Adern, Venen und Kapillaren. Dabei machen die feinen Kapillaren mit weniger als einem Millimeter Durchmesser weit über neunzig Prozent unseres internen Streckennetzes aus. Durch sie werden auch die entferntesten Regionen des Körpers mit Nahrung und Sauerstoff versorgt. Die wichtigsten Blutbestandteile sind:

Erythrozyten (rote Blutkörperchen): Sie enthalten das Hämoglobin, ein Eiweiß mit einem Eisenatom in der Mitte, das dem Blut seine rote Farbe verleiht und für den Sauerstofftransport zuständig ist. In den Lungen wird der Sauerstoff aus der Atemluft herausgefiltert und an die roten Blutkörperchen gebunden, die ihn durch Adern in alle Körperteile transportieren. Sauerstoffhaltiges Blut ist hellrot. Auf dem Rückweg transportiert es verbrauchte Gase (Kohlendioxid) durch die Venen zurück zur Lunge, wo es an die auszuatmende Luft abgegeben wird. Dieses zurückfließende Blut ist dunkelrot. Die roten Blutkörperchen sind in gesundem Blut sehr zahlreich (42,5 Prozent des Blutes). Bei Eisenmangel kann nicht genug Hämoglobin gebildet werden, wodurch die Sauerstoffversorgung des Körpers und vor allem des Gehirns gefährdet ist. Im Normalfall werden durch das rote Knochenmark pro Sekunde 2,5 Millionen rote Blutkörperchen neu gebildet.

Die roten Blutkörperchen bestimmen auch die Blutgruppen. Es haben

Blutgruppe 0 = 38 Prozent der Bevölkerung

Blutgruppe A = 42 Prozent der Bevölkerung

Blutgruppe B = 13 Prozent der Bevölkerung

Blutgruppe 0 = 7 Prozent der Bevölkerung.

Leukozyten (weiße Blutkörperchen): Sie machen nur 0,07 Prozent des Blutes aus, aber sie sind als zentrale Polizei in unserer Immunabwehr in ihrer Bedeutung gar nicht zu überschätzen. Sie erkennen körperfremde Eindringlinge und vernichten sie, indem sie sie einschließen und so neutralisieren – ein Effekt, von dem sich jeder bei einer Wunde überzeugen kann. Der Eiter, der sich nach kurzer Zeit bildet, ist ein Produkt aus Leukozyten und neutralisierten Verunreinigungen, die auf diesem Weg aus dem Körper heraus transportiert werden. Reicht bei einem Großangriff von außen die Reinigungskraft der weißen Blutkörperchen nicht aus, verbünden sie sich mit den T-Helfern, die gezielt Antikörper gegen den Angreifer produzieren.

Thrombozyten (Blutplättchen): 2,14 Prozent des Blutes besteht aus diesen Helfern für den Notfall. Bei einer Verletzung, sorgen sie dafür, daß unsere sechs Liter Blut durch das Leck nicht einfach auslaufen. Sie weben einen Verband aus Eiweißen, der die Öffnung notdürftig verstopft, bis die körpereigenen Reparaturmechanismen in den Folgetagen einen neue Hautschicht bilden.

Blutplasma: Diese knapp 55 Prozent des Blutes dienen dem Informationsfluß – deshalb ist es der flüssige Teil des Blutes, der zu über 90 Prozent aus Wasser besteht. Dazu kommen Mineralien, Blutzucker, verschiedene körpereigene Eiweiße, insbesondere die Hormone, die als körpereigene Botenstoffe dafür sorgen, daß die Körperfunktionen im Gleichgewicht bleiben. Steigt der Blutzucker durch starke Nahrungsaufnahme über das normale Maß an, sendet die Bauchspeichelddrüse Insulin aus und sorgt für verstärkten Abbau des Überschusses.

Erkrankungen des Blutes ziehen wegen der zentralen Rolle des roten Lebenssaftes für alle Körperfunktionen meist auch andere Organe in Mitleidenschaft und beeinträchtigen unsere Gesundheit als Ganzes. Die wichtigsten Blutkrankheiten sind:

1. Anämie (Blutarmut): Entsteht durch zu wenig rote Blutkörperchen oder zu wenig Hämoglobin in den Blutkörperchen. Ursachen können sein: Blutverlust oder zu starker Abbau von roten Blutkörperchen (hämolytische Anämie). Schädigungen des roten Knochenmark, Eisenmangel oder zu wenig Vitamin B12 sind dafür verantwortlich. Ein solcher Mangel entsteht auch, wenn fehlerhaft Antikörper gegen die körpereigenen roten Blutkörperchen gebildet werden. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn die schwangere Mutter Antikörper gegen das Blut des ungeborenen Kindes bildet. Ursache hierfür ist eine Unverträglichkeit von Blutfaktoren, die als Rhesusfaktor bezeichnet werden, weil sie zuerst an Rhesusaffen bestimmt und erfolgreich getestet wurden. Stimmen Rhesusfaktoren des Kindes und der Mutter nicht überein (weil das Kind den positiven Rhesusfaktor des Vaters erbte und sie Rhesus-negativ ist), passiert beim ersten Kind noch nichts. Doch in etwa fünf Prozent der Fälle bildete die Mutter während ihrer ersten Schwangerschaft Antikörper gegen den Rhesusfaktor ihres ersten Kindes aus. Bei weiteren Schwangerschaften werden durch diese Antikörper die roten Blutkörperchen des werdenden Kindes zerstört. Früher rettete man die Kinder durch kompletten Austausch ihres Blutes gleich nach der Geburt: Heute werden Vater und Mutter vorbeugend auf ihren Rhesusfaktor getestet, und im Risikofall erhält sie Gammaglobuline, Eiweißstoffe, die den Rhesusfaktor neutralisieren und verhindern, daß das Blut der Mutter Antikörper bildet.

2. Von Leukämie (Blutkrebs) spricht man, wenn sich die weißen Blutkörperchen überdurchschnittlich stark vermehren. Sie tritt in verschiedenen Formen auf. Ursache können Erbschäden sein, aber auch Strahlung, Viren oder Chemikalien wie Benzol. Die Symptome sind vielfältig wie Drüsenschwellungen, Milzvergrößerung, Hautblutungen und schweres Krankheitsgefühl, wie es auch für andere Krebserkrankungen typisch ist.

3. Die Polyzythämie (Höhenkrankheit) wird durch zuviel rote Blutkörperchen ausgelöst. Ursache ist meist Sauerstoffmangel, wie er bei längerem Aufenthalt in hohen Bergregionen auftritt. Auch Funktionsmängel von Lunge und Herz können dieses Krankheitsbild auslösen.

4. Die Sichelzellanämie ist ein Defekt der roten Blutkörperchen bei Bewohnern Afrikas und im Mittelmeerraum. Erblich sind Bluteiweiße geschädigt, die die Blutbahn verstopfen und oft schon in der Kindheit zum Tode führen.

Der Blutdruck ist ein wichtiger Indikator für die gesundheitliche Verfassung des Menschen. Der gesunde Blutdruck liegt bei 135/85. Bei Werten über 140/90 spricht man von Bluthochdruck (Hypertonie). 18 Millionen Menschen sind in Deutschland davon betroffen. Für sich genommen ist er keine Krankheit und tut auch nicht weh. Aber er verursacht eine stärkere Abnutzung der Arterien und vieler Organe, wie Herz, Hirn und Nieren. Dadurch sinkt die Lebenserwartung, und zwar je höher der Blutdruck ist, desto stärker. In manchen Fällen ist Bluthochdruck erblich bedingt, aber meist ist er eine Folge von zivilisationsverursachten Risikofaktoren wie Rauchen, Alkohol, Übergewicht, Stress und Bewegungsmangel. Salzreiche Nahrung, vor der früher gewarnt wurde, gilt heute nur noch bei erblich Gefährdeten als Risiko. Wer bereits Bluthochdruck hat, kann durch Einsparen von Salz keine Besserung erreichen.

Neue Medikamente, die sogenannten Sartane, lassen auf effektive Hilfe hoffen, weil sie im Gegensatz zu den bisherigen ACE-Hemmern kaum noch Nebenwirkungen haben.

Zu niedriger Blutdruck ist seltener. Betroffene leiden unter Müdigkeit, häufigen Kopfschmerzen, Schwindelanfällen und Antriebsarmut. Doch trotz der unangenehmen Symptome können sie sich wegen der Schonung der Blutgefäße und Organe auf eine erhöhten Lebenserwartung freuen. Zu niedriger Blutdruck ist nur dann gefährlich, wenn er Symptom einer versteckten Herz- oder Kreislaufschwäche ist. Deshalb ist auch in diesen Fällen eine gründliche ärztliche Untersuchung unbedingt erforderlich. Übrigens: Ausdauertraining nutzt sowohl Menschen mit Hochdruck wie mit niedrigem Blutdruck, weil es die Kreislaufleistung auf dem Normalmaß stabilisiert.

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