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Ausgabe 01/2001
Unser Titelthema
Mehr als 100 Jahre leben
Stellen Sie Ihren persönlichen Altersrekord auf

Solange wie möglich zu leben, wünschen sich laut Umfragen etwa 40 Prozent der Deutschen. In den kommenden Jahren wird die Zahl der Langlebigen deutlich ansteigen. 100 werden ist dann nicht mehr das Privileg weniger Glückspilze, sondern ein realistisches Ziel für jedermann. EGO-Net nennt Ihnen die wichtigsten Faktoren.

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Unsere Serie
„Typisch Frau – Typisch Mann“
Teil 12:

Zärtlichkeit und Leidenschaft
Was Frauen und Männer von einer lebenslangen Liebe erwarten
Selbstmotivation
So überwinden Sie Ihre inneren Grenzen
Niemals mehr sprachlos!
Wie Sie Totschlag-Argumente erkennen und neutralisieren

Schlemmen ohne Reue
Keine Chance den Festtagspfunden

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1970 gratulierte der Bundespräsident 385 Personen zu Ihrem hundertsten oder noch höheren Geburtstag. 1980 waren es bereits 1090 und 1990 3014 Personen (nur alte Bundesländer). Am Ende des Jahres 2000 werden es mehr als 5000 sein und Experten schätzen, daß 2050 der Amtsinhaber knapp ein Prozent aller Deutschen gratulieren müßte.

Stellen Sie sich vor, wie Sie einst im Kreise von bewundernden Angehörigen vor einer Torte mit hundert brennenden Kerzen stehen werden, und alle dadurch verblüffen, daß Sie die Lichter allein ausblasen - wenn auch vielleicht nicht in einem Atemzug. Wenn Sie dieses Bild fest in Ihrem Innern verankern und sich voller Überzeugung sagen "Ja, das will ich", haben Sie gute Chancen dieses Ziel auch zu erreichen. Denn die Akten der Ärzte sind voll von Berichten, wie Todkranke sich vornahmen ein bestimmtes Ereignis noch zu erleben und tatsächlich bis zum Tag darauf durchhielten. Und genauso hängt Ihre Lebensspanne nicht unwesentlich davon ab, welchen Zeithorizont Sie für Ihr Leben einplanen.

Die meisten Menschen sind in dieser Hinsicht von einer geradezu übertriebenen Bescheidenheit:

"Wenn ich nur überhaupt ein paar Unbeschwerte Rentenjahre erlebe ..."

"Bei den unsicheren Renten und wo keiner die Alten haben will, da will ich gar nicht so alt werden."

"Ich will mal später niemandem zur Last fallen."

"Lieber heute richtig genießen, das Morgen ist mir egal."

Wer für sich nur eine kürzere Zeitspanne einplant, wird wahrscheinlich weniger Jahre leben, als die Nachbarin, die zäh an Ihrem Leben festhält. Die innere Einstellung zur eigenen Lebensspanne wirkt wie eine selbsterfüllende Prophezeiung. Woran liegt das?

Genetisch kann der Mensch rund 120 Jahre alt werden. Die Französin Jeanne Calment wurde von allen bekannten Menschen bisher nachweislich am ältesten: 122 Jahre (1875-1997), gefolgt von dem Japaner Shigechiyo Izumi, der 1986 im Alter von 120 Jahren und 237 Tagen starb. Wenn wir davon ausgehen, daß die meisten von uns nur durchschnittliche Erbanlagen haben und dafür zehn bis fünfzehn Jahre abziehen, bleiben immer noch mehr als 100 mögliche Jahre. Daß nur wenige diese Spanne voll ausnützen, liegt folglich nicht an genetischen Faktoren. Die Wissenschaft hat seit Jahren die Langlebigen beobachtet und befragt, und ist auf eine Reihe gemeinsamer Faktoren gestoßen, von denen nur zwei mit den Erbanlagen zu tun haben (und das auch nur teilweise):

Der subjektive Zeithorizont: Wer sich neugierig auf die Zukunft freut statt in Gedanken mit seinem Leben abzuschließen ("Das erlebe ich sowieso nicht mehr") erwirbt in seinem Unbewußten einen starken Lebenswillen, die ihn Krankheiten, Krisen und depressive Phasen leichter überwinden lassen.

Langlebige Vorfahren: Wessen Eltern und Großeltern sehr alt wurden, hat bessere Chancen selbst alt zu werden. Das hat aber nur zum Teil mit den Genen zu tun. Es bedeutet vor allem, daß er (oder sie) in einer Atmosphäre positiver Haltung zur Langlebigkeit aufwuchs. Die Vorfahren übten von Kindheit an eine positive Vorbildfunktion aus.

Geschlecht: Methusalems sind zu drei Vierteln weiblich. Frauen werden im Laufe Ihres Lebens zwar häufiger krank als Männer und haben im Alter oft mehr Wehwehchen - dennoch haben sie bei der Lebenserwartung eindeutig die Nase vorn. Das liegt nach heutigen Erkenntnissen teilweise an den Erbanlagen - da Männer zwei verschiedene Geschlechtschromosomen haben (X und Y), können Ablesefehler in den Zellen nicht durch das Zwillingschromosom ausgeglichen werden wie bei Frauen (X und X) - teilweise aber auch an der Lebensweise. Männer haben mehr Streß, sind konkurrenzorientierter als Frauen und leben im Schnitt ungesünder. Dennoch können auch Männer bis 120 Jahre erreichen.

Positive Lebenseinstellung: Für 100jährige ist das Leben kein Jammertal, sondern ein wunderbare Abenteuer. Sie stellen nie in Zweifel, daß es sich lohnt zu leben und die Jahre voll auszukosten. Ihr Grundgefühl, bezogen auf die Zukunft, heißt Hoffnung.

Bewegung: 100jährige waren ihr Leben lang körperlich (und geistig) aktiv. Wenn man sich in der Bevölkerung die oberen Jahrgänge anschaut, wird man feststellen, daß bei den über 90jährigen mit jedem Jahr der Anteil der körperlich Rüstigen zunimmt. Warum? Die weniger Rüstigen sind dann schon gestorben. Marathonrekorde wurden von bis zu 98jährigen aufgestellt.

Ernährung: 100jährige hatten ihr Leben lang Normalgewicht bis leichtes Untergewicht. Im Tierexperiment konnte inzwischen bewiesen werden, daß leichter Kalorienmangel den Organismus agil hält und seine Lebensspanne ausdehnt. Optimal ist es, wenn die älter werdenden Leichtgewichte nach dem 80. Geburtstag soweit zunehmen, daß sie das für ihre Körpergröße übliche Normalgewicht erreichen. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Zusammensetzung der Nahrung: wenig Fett, viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukte und Flüssigkeit.

Vermeiden von Risikofaktoren: 100jährige sind keine genußfeindliche Asketen. Jedoch haben sie den Spruch "mäßig, aber regelmäßig" verinnerlicht. Sie müssen nicht über die Stränge schlagen, um sich des Lebens zu erfreuen. Das bedeutet nicht, daß sie sämtliche Risikofaktoren vermeiden. (Die schon genannte Jeanne Calment rauchte bis zum 118. Geburtstag.) Sie leisten sich aber meist nicht mehr als einen Risikofaktor und frönen dem auch nicht bis zum Extrem. Ein Glas Wein oder Bier am Tag ist sogar gesundheitsförderlich. Fest steht auf jeden Fall: wer öfter Streß hat, sich häufig ärgert, mit Gewichtsproblemen kämpft und unregelmäßig schläft, wird keine hundert Jahre alt.

Soziale Beziehungen: 100jährige sind in der Mehrzahl kontaktfreudig und lebten die meisten Zeit in stabilen sozialen Umfeldern. Neuere Studien zeigten, daß neben Sport die Qualität der Freundschaften der wichtigste lebensverlängernde Faktor ist. Alterseinsamkeit ist dagegen ein Lebensrisiko. Es lohnt daher, rechtzeitig ein Netzwerk an Kontakten zu Gleichaltrigen und Jüngeren aufzubauen und Zeit in Kontakte um ihrer selbst willen zu investieren.

Medizin: Eine wichtige Grundbedingung für die wachsende Zahl der 100jährigen ist natürlich der medizinische Fortschritt. Zwar ist die eigene Gesundheitsvorsorge durch aktive Lebensweise durch nichts zu ersetzen - wer aber darüber hinaus seine persönlichen Gesundheitsrisiken kennt (zum Beispiel, wenn in der eigenen Familie gehäuft Diabetes, Infarkte, Schlaganfälle oder Krebs auftraten), kann durch gezielte Vorsorge seine Chancen erhöhen, gefährliche Alterskrankheiten im Frühstadium zu erkennen und zu heilen.

 

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